Zirkadiane (Tag-Nacht-Rhythmus) Beleuchtung für Demenzpatienten in neuer Studie untersucht


Ein neues dänisches Forschungsprojekt soll herausfinden, ob zirkadiane Beleuchtung einen besseren Übergang von häuslicher zu stationären Pflege bereiten und gleichzeitig die Lebensqualität und Gesundheit der Betroffenen verbessern kann. Die zirkadiane Beleuchtung wurde vom Demantec Netzwerkpartner Chromaviso, welcher nun hier über die Studie berichtet, entwickelt.


In den kommenden Jahren wird die Anzahl älterer Menschen mit Demenz in Pflegeheimen steigen. Das ruft zum Umdenken auf, denn ein verhältnisgerechter Anstieg an Pflegepersonal ist nicht zu erwarten. In der dänischen Kommune von Albertslund, nahe der Hauptstadt Kopenhagen, hofft man, dass zirkadiane Beleuchtung Teil der Lösung sein kann, eine gute und würdige Altenpflege für die Zukunft zu gewährleisten.

Sehr viele unserer älteren Patienten, die in das Pflegeheim ziehen, leiden an der ein oder anderen Form von Tag-Nacht-Rhythmusstörung. Das bedeutet, dass sie schlecht schlafen und tagsüber müde sind. Dies wiederum verringert ihre Lebensqualität, sagt Mona Funch, Pflegeheimleiterin der Albertslund Kommune.

Die Kommune ging daher eine Partnerschaft mit Forschern, Lichtexperten und der Firma Chomaviso ein und startete das Project Lightel. Dieses soll den Effekt von zirkadianer Beleuchtung auf Wohlbefinden und Gesundheit älterer und dementer Patienten untersuchen und dokumentieren. Dänemark ist marktführend auf dem Gebiet der zirkadianen Beleuchtungstechnologie. Im Sommer 2017 veröffentlichte das dänische Nationalkrankenhaus (Rigshospitalet) eine Studie, welche zeigte, dass zirkadiane Beleuchtung einen positiven Effekt auf Depression, Müdigkeit und Tag-Nacht-Rhythmusstörung von stationären Patienten hat. Im Bereich der Altenpflege haben mehr als 30 Pflegeheime das zirkadiane Beleuchtungssystem implementiert und erzielten umgehend positive Resultate. Nun untersucht das Lightel-Projekt auch den Effekt auf  Menschen, die an Demenz leiden.

Durch den Einsatz des zirkadianen Beleuchtungssystems erwarten wir einen signifikanten Effekt auf den Tag-Nacht-Rhythmus älterer Patienten zu sehen. Wir gehen davon aus, dass die älteren Patienten es besser haben werden, da sie nachts mehr Schlaf bekommen. Des Weiteren erwarten wir, dass ihre Konzentration verbessert wird und sie größere Lust und Kraft haben an Alltagsaktivitäten teilzunehmen, erzählt Mona Funch.

Der Patient im Mittelpunkt

Als Ausgangspunkt für die Studie wird die zirkadiane Beleuchtung im Pflegezentrum Albertshøj, welches demente Patienten beherbergt, installiert. In den ersten 8 Wochen soll das Pflegeheim normale Beleuchtung verwenden. Hiernach wird für 8 Wochen zirkadiane Beleuchtung eingesetzt. Während des gesamten Prozesses werden verschiedene Untersuchungen, Beobachtungen und Mitarbeiterberatungen durchgeführt, um mögliche Effekte auf Alterungsprozesse und Krankheitsrisiko sowie Wohlbefinden, Appetit, Depression, Delirium, Schlaf, Demenzsymptome und Mobilität zu messen.

Parallel hierzu wird untersucht, was die zirkadiane Beleuchtung für die älteren Bewohner bedeutet und welchen Einfluss sie auf ihren Alltag hat. Die Untersuchung wird von einer interdisziplinären Forschergruppe des klinischen Forschungszentrums des Hvidovre Krankenhauses und anthropologischen Lichtdesignern der Aalborg Universität Kopenhagen durchgeführt.

Wir wollen herausfinden, ob zirkadiane Beleuchtung eine Technologie ist, die für Altenpflege-Patienten funktioniert. Diese Patienten sind oft sehr stark betroffen und durchliefen eine beschwerlichere Veränderung mit dem Umzug vom eigenen Haus in das Pflegeheim. Wir untersuchen, ob zirkadiane Beleuchtung dazu beitragen kann, dass Funktionsniveau dieser Patienten zu erhöhen, oder zumindest drastische Fälle zu vermeiden. All dies soll dazu beitragen die Würde und Lebensqualität der älteren Patienten zu stärken und ihnen den Übergang ins Pflegeheim zu erleichtern, erzählt Linda Andresen, Labor- und Stabschefin des klinischen Forschungszentrums, Hvidovre Krankenhaus.

Insgesamt nehmen ca. 33 Bewohner und 35 Mitarbeiter des Pflegezentrums Albertshøj an der Studie teil.

Dänische Führungsposition auf dem Gebiet der Beleuchtungstechnologie

Das zirkadiane Beleuchtungssystem wurde von der Firma Chromaviso entwickelt, welche sich auf gesundheitsfördernde und evidenzbasierte Beleuchtungslösungen spezialisiert hat – unter anderem durch Forschungsprojekte am dänischen Nationalkrankenhaus (Rigshospital). Das Lightel-Projekt baut damit auf existierender Forschung und Wissenschaft auf.

Wir haben das zirkadiane Beleuchtungssystem soweit dem Gebiet der Demenzpflege angepasst, dass es das persönliche Wohlbefinden der Bewohner, die Arbeit des Personals und damit die alltäglichen Aktivitäten des Heims unterstützt. Es handelt sich um eine sehr umfassende Lösung, sagt Torben Skov Hansen, Chromavisos Innovationschef.

Die Ergebnisse der Studie werden für Anfang 2019 erwartet und sollen in wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht werden. Das Pflegezentrum Albertshøj wird die Beleuchtungslösung nach Abschluss der Studie behalten.

Sollte es gelingen den Effekt des zirkadianen Beleuchtungssystems weiter zu dokumentieren und es hiernach als festen Bestandteil für Behandlung und Vorbeugung in das dänische Gesundheitswesen zu integrieren, so wäre dies ein Gewinn für den Patienten. Gleichzeitig würde der öffentliche Sektor Ressourcen einsparen, denn die verwendete LED Technologie reduziert den Stromverbrauch, erklärt Jacob Lundgaard, Gate 21 Living Lab, Verantwortlicher für Berichterstattung des dänischen ELFORSK Programms, ein finanzieller Unterstützer des Projekts.

Weitere Informationen

finden Sie auf der Homepage der Chromavisos Lösung chromaviso.com https://chromaviso.com

Oder kontaktieren Sie gerne Chromavisos Innovationschef Torben Skov Hansen direkt, tsh@chromaviso.com, T. +45 4080 4278.

Chromaviso ist ein Netzwerkpartner des Demantec Projekts.

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