Startschuss für neue deutsch-dänische Zusammenarbeit


Eine neue, ambitiöse Demenzzusammenarbeit, die die deutsch-dänische Grenze überquert, hat begonnen. Mehr als 100 Teilnehmer haben sich in der offiziellen Kick-Off-Konferenz für DEMANTEC in Apenrade am 21. Juni 2016 beteiligt. Das Ziel des Projekts ist, die Lebensqualität für Personen mit Demenzerkrankungen, durch Gesundheits- und Wohlfahrtstechnologien zu verbessern.


Über hundert Teilnehmer fanden Ihren Weg zum Rathaus in Apenrade, als das deutsch-dänische Projekt Demantec dort am 21. Juni 2016 Ihre Kick-Off-Konferenz hielt. Von Beginn an war das Engagement groß und das Interesse an die Möglichkeiten angeregt, die das Projekt Unternehmen, Gemeinden, Pflegeheimen, Bildungseinrichtungen usw., auf beiden Seiten der Grenze bietet.

Demantec ist ein visionäres Programm, das im Zuge der steigenden Anzahl an Demenzerkrankungen entstanden ist. Obwohl viele ältere Menschen sich im eigenen Heime selbst versorgen können, gibt es ebenfalls eine wachsende Gruppe, die von Ihren Demenzsymptomen belastet sind und Hilfe benötigen. Allein in Dänemark haben 85.000 Menschen, also ca. 1,5% der Bevölkerung, eine oder mehrere Demenzerkrankungen. In Deutschland ist die Zahl 1,5. Mio., also fast 2%. Die Konsequenzen sind merkbar. Das gilt nicht nur den demenzerkrankten Personen, die langsam Ihr Gedächtnis verlieren und immer mehr Beurteilungs- und Denkschwierigkeiten haben, und deshalb Pflege und Betreuung benötigen. Auch die Zugehörigen, die ein Familienmitglied oder eine(n) enge(n) Freund(in) verschwinden sehen, brauchen Hilfe. Die Gemeinden werden dadurch ebenfalls großen Anforderungen gestellt, passende Pflegeangebote zu finden, die zielgerecht den Bedürfnissen des einzelnen demenzerkrankten Menschen passen.

–  Es ist ein inspirierender Tag gewesen mit einem guten Anstoß in den Bedürfnissen der Zielgruppe. Die grenzüberquerende Arbeit nach außen ist sehr spannend, denn dies ist ein Problem, das die ganze Welt kennt. Ich glaube, dass Demantec der Entwicklung, unsere Art Demenz ins ganze Land zu integrieren, helfen wird und den Gemeinden eine Möglichkeit geben wird, dazu zu lernen, damit wir gemeinsam das beste Fundament für diese anfällige Zielgruppe schaffen. Es kann schwer sein, diesen Technologie-Dschungel zu navigieren. Wir benötigen dringend Struktur und Klarheit darüber, was funktioniert und was die Bürger akzeptieren, sagt Marianne Røjgaard, Demenzberaterin in der Silkeborger Gemeinde und Teilnehmerin der Kick-Off-Konferenz.

Neue Strategien zur Demenzhantierung

Das Demantec-Projekt hat seine Zwecke. Wir möchten ein Netzwerk bilden, das über die deutsch-dänische Grenze hinübergeht und Evidenz für neue Lösungen hervorbringen, die die Lebensqualität und die Pflege- und Betreuungsprozesse verbessern kann. Demantec hat insgesamt zehn Partner, darunter gehören Unternehmen, Pflegeheime und Bildungseinrichtungen, die sowohl gemeinsam als auch für sich, daran arbeiten die Projektmeilensteine zu erreichen. Darüber hinaus hat Demantec 21 Netzwerkpartner, die die Projektaktivitäten unterstützen in dem sie mit Ihrem Know-how beitragen und als Gegenleistung die Ergebnisse, das Wissen und das Netzwerk des Projekts erhalten.

– Es ist mir ein Vergnügen, heute auf der Demantec Kick-Off-Konferenz, die verschiedenen Meinungen und Erwartungen zum Projekt zu hören. Wir sehen eine große Aufmerksamkeit von verschiedenen interdisziplinären Teams mit verschiedenen Eingangswinkeln und Bereichen, mit denen Sie gerne arbeiten möchten. Nicht nur in Verbindung mit den Herausforderungen der Patienten, sondern auch wie wir technologiebasierte Lösungen verbessern wollen, sagt Prof. Dr. Bosco Lehr der Hochschule Flensburg in Deutschland, die als Leadpartner im Demantecprojekt fungiert.

Implementierung und Evaluation neuer Technologien

Im Laufe der Kick-Off-Phase wurde es den Teilnehmern ermöglicht, eine Reihe Lösungen zu sehen, die das Leben mit Demenzerkrankungen erleichtern kann. Sowohl die Projektpartner, als auch Netzwerkmitglieder Welfare Techs haben Ihre Technologien präsentiert.

– Mit Demantec haben wir die Möglichkeit, vorhandene Lösungen zu implementieren und sie so anzupassen, dass wir die Brauchbarkeit verbessern können. Es handelt sich nicht allein um Technologie, sondern auch darum, wie wir sie zum Einsatz bringen. Viele Lösungen sind nun vorhanden, um Patienten mit Demenzerkrankungen in Ihrem Alltag zu helfen, sowie z.B. Erinnerungshilfen für das Einnehmen der Medizin oder für Verabredungen, Hilfe nach einem Sturz zu leisten, oder sogar Unterstützung im Aufrechterhalten Ihres Netzwerks, sagt Prof. Dr. Bosco Lehr.

Seine Vision für Demantec: Dass das Projekt in drei Jahren die technologischen Lösungen der Projektpartner, in Pflegeheimen implementiert werden und, dass die Effektivität und Prozessqualität im Verhältnis zur Demenzpflege evaluiert wird und somit Evidenz für die Lösungen erschaffen wird.

– Insbesondere erhoffe ich mir, dass wir in 2019 ein starkes Konsortium aufgebaut haben und voneinander gelernt haben, wie wir die Herausforderungen mit der Demenzpflege- und Behandlung hantieren. Ich erwarte, dass wir ein Fachpersonal, das in interdisziplinären Teams zusammenarbeitet, und dass wir analysiert haben, welche Technologieherausforderungen und Prozesse wir benötigen, wenn die Lösungen in den Pflegeheimen implementiert werden sollen. Ein wichtiger nächster Schritt wird, dieses Wissen in die Ausbildungsprogramme zu übertragen, um die Ausbildungen im Pflegebereich letztendlich zu vergüten, sagt Prof. Dr. Bosco Lehr.

Grenzquerender Wissensaustausch

Demantec läuft bis Februar 2019 und wird vom Interreg Deutschland-Dänemark mit Mittel des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und Syddansk Vækstforum unterstützt. Das Projekt vereinigt dänische Innovation mit deutscher Forschung, und diese Kombination sowie der gemeinsame Zugang neue grenzüberschreitende Lösungen zu finden, macht Demantec einzigartig.

– Viele verschiedene Interessen und heterogene Partner charakterisieren immer grenzüberschreitende Projekte. Für mich persönlich als Leadpartner, ist es interessant daran festzuhalten, wie wir Menschen zusammenbringen und wie wir den Dialog fortführen. Deshalb werden wir laufend in engem Kontakt zu all unseren Partnern stehen, und letztendlich über unsere gemeinsame Arbeit und Möglichkeit zusammen Erfolgreich zu sein reflektieren.

Das Kick-Off wurde mit einer Besuchsabstattung im örtlichen Pflegeheim, Rise Parken Rødekro, abgestattet, das speziell für Personen mit Demenzerkrankungen eingerichtet ist.

 

Lesen Sie auch: http://www.welfaretech.dk/nyheder/2016/juni/teknologi-vaekker-minder-hos-demente-i-aabenraa

Möchten Sie mehr über Demantec, oder wie sie dem Projekt beitreten können, herausfinden, wenden Sie sich bitte an Karen Lindegaard, Seniorberaterin bei Welfare Tech, Tlf.: +45 2461 1931, karli@welfaretech.dk.