Sensorisches Pflaster kann Pflege von Menschen mit Demenz optimieren


Ein kleines sensorisches Pflaster schafft eine Entscheidungsgrundlage und unterstützt damit das Pflegepersonal bei der Pflege von demenzkranken Menschen. Diese neue Lösung ist insbesondere für Pflegeheime relevant und kann sich zu einer neuen Technologie bei der Pflege von Demenzpatienten entwickeln.


Demenz ist zu einer Volkskrankheit geworden. Sowohl in Dänemark als auch in Deutschland herrscht großes Interesse an neuen Pflegemethoden, Therapieformen, Demenzeinrichtungen und Hilfsmitteln, die die Pflege dementer Mitbürger erleichtern.  Oft ist jedoch nur schwer einzuschätzen, wie groß der Effekt bei der Einführung von neuen Pflegemaßnahmen ist. Der individuelle Bedarf wird auf Grund der fachlichen Beobachtung des dementen Bürgers abgeschätzt, wobei die Fachkräfte ihr Bestes tun um den Pflegebedürftigen optimal zu versorgen.

Ein kleines sensorisches Pflaster hilft nun bei der Lösung dieses Problems. Das Pflaster wird auf dem Rücken des dementen Mitbürgers angebracht um dann Minute für Minute über Sensoren die Aktivität des dementen Pflegebedürftigen zu messen. Auf diese Weise registriert man, ob der Betroffene liegt, sitzt oder geht, ob er aktiv oder aber ruhig ist. Über ein Handy werden die verschlüsselten Daten sicher in eine eigens dafür vorgesehene sichere Datenbank übertragen, um dann die Aktivität des dementen Pflegebedürftigen über einen vollen 24 Stundentag auszuwerten. Das gesamte Pflegepersonal erhält damit ein objektives Bild über den Tagesrhythmus des dementen Patienten um die Pflege des Betroffenen zu optimieren.

„Die minütliche Messung über volle 24 Stunden ergibt ein Bild des Aktivitätsniveaus des dementen Pflegebedürftigen. Man kann sehen, ob die Betroffenen sitzen, liegen oder aber losrennen. Man sieht auch wie sich die Aktivität über den Tag verteilt, ob sie gleichbleibt oder es verschiedene Phasen gibt, ob die Betroffenen etwa zur gleichen Zeit zu Bett gehen und ob sie an verschiedenen Tagen gleich lang schlafen, oder aber nach einer unruhigen Nacht müde sind. Die Schlafdauer variiert auch bei gesunden Menschen, bei dementen Mitbürgen variiert sie jedoch stark. Wenig Schlaf ist ein Ausdruck von mangelndem Wohlbefinden. Das ist ein Hinweis, ob es notwendig sein könnte, die Pflege zu optimieren.“, so Jens Braneberg, Geschäftsführer der Firma BRANE, die das sensorische Pflaster entwickelt hat.

Eine auf Daten und Fakten beruhende Entscheidungsgrundlage

Mit den Tagesrhythmus-Diagrammen in der Hand haben Betreuer eine Datengrundlage bezüglich der Aktivität des Demenzkranken und sind nicht länger auf Vermutungen angewiesen. Auf dieser Grundlage können sie nun richtige und wichtige Entscheidungen treffen. Sie können sehen, welchem der Betroffenen es verhältnismäßig gut geht, wer einen stabilen Tagesrhythmus und ein stabiles Schlafmuster hat und wer mit Turbulenzen, Unruhe, großen Schwankungen und unangemessener Aktivität kämpft. Basierend auf dieser Datengrundlage können sie nun professionelle Werkzeuge finden und jedem Bürger die nötige Hilfe zukommen lassen.

„Hier hat man eine ganz neue Technologie, die mit objektiven und kontinuierlichen Messungen zeigt, ob die Pflege optimal eingestellt ist. Das Personal kann sehen, wo man im Laufe des Tages unterstützend und stimulierend eingreifen könnte, z.B. mit ein paar Minuten in einem Schaukelstuhl, Spaziergängen, Radfahren, Musik und anderen Dingen. Man sieht, was hilfreich ist und was nicht. Schläft ein Patient zu viel, kann man evtl. die Medikation reduzieren. Bei einem Betroffenen, der unruhig ist, können Schmerzen die Ursache sein. Menschen, die an Demenz leiden, haben oft Schwierigkeiten sich auszudrücken. Je mehr dieser Beobachtungen wir machen, desto besser können wir die Pflege anpassen.“, erläutert Jens Braneberg.

Er betont jedoch, dass das System weder als ein diagnostisches Werkzeug konzipiert ist, noch so angewandt werden sollte. Die Beobachtungen spiegeln lediglich die Pflege und das Wohlbefinden des Dementen und können als Entscheidungsgrundlage für pflegerische Maßnahmen dienen.

Derselbe Sensor kann bei mehreren Patienten angewandt werden

Vorläufig wurde das Pflaster in vier Pflegeeinrichtungen erprobt, mit positivem Feedback.

„Falls Sie das Pflaster drei Monate lang testen möchten, erhalten Sie einen Koffer mit folgendem Inhalt: Sensoren für drei Monate, Pflaster, Gebrauchsanweisungen, ein Login-Code sowie die Nummer unseres Servicetelefons. Wir als Eigentümer des Koffers unterstützen Sie mit unserem Service.  Nach Ablauf der drei Monate geben Sie den Koffer zurück, wenn Sie das Pflaster nicht weiterhin gebrauchen wollen. Falls Sie jedoch weitermachen möchten, erhalten Sie neue Sensoren und Pflaster. So ist unser dreimonatiges Servicekonzept aufgebaut.“, erklärt Jens Braneberg.
„Sie können so z.B. Messdaten zu einer bestimmten Person über eine Woche aufnehmen, um dann in der folgenden Woche Daten zu einer anderen Person zu sammeln. Typischerweise kann man mit drei Sensoren zwischen 15 und 25 Demenenzpatienten per Quartal beobachten, wenn man Daten über eine Woche aufzeichnet, evtl. zwei Wochen bei Erkrankten mit besonderen Problemstellungen. Auf diese Art und Weise kann man in einer Abteilung einen Status für jeden Bewohner innerhalb eines Quartals ermitteln.“, so Jens Braneberg.

Nutzung auch in der häuslichen Pflege möglich

Da das Pflaster kein dauerhaftes Überwachungssystem ist, sondern nur über einen kurzen Zeitraum benutzt wird und nur eine Augenblicksaufnahme zum Wohlbefinden des Demenzpatienten abbildet, erwartet Jens Braneberg nicht, dass man für den Einsatz des Pflasters eine Einverständniserklärung des Patienten braucht.  Das will man jedoch im Laufe der nächsten Monate genauer untersuchen. Das Pflaster ist in seiner Anwendung einfach und unkompliziert. Daher braucht es auch nur einige wenige Personen vom Pflegepersonal, die genau verstehen müssen, wie das Pflaster funktioniert und wie man es benutzt.

„Es reicht aus, zu wissen, dass hier ein Mitbürger ist, der ein Sensorpflaster auf seinem Rücken hat. Ein bestimmter Mitarbeiter vom Pflegepersonal übernimmt es, das Pflaster zu setzen und etwa alle drei bis vier Tage auszuwechseln und ein bis zweimal pro Woche die Daten aus dem Handy auszulesen und in die Datenbank zu übertragen. Auf der folgenden Besprechung können dann alle übrigen Mitarbeiter das Tagesrhythmusschema des Betroffenen sehen und gemeinsam beschließen, was zu tun ist.“, erläutert Jens Braneberg.

Jens Braneberg sieht auch die Möglichkeit, dass das Sensorpflaster auf längere Sicht auf gleiche Art und Weise pflegenden Angehörigen hilft, die eine an Demenz erkrankte Person im eigenen Heim betreuen.

„Es ist harte Arbeit, einen Demenzpatienten zu pflegen. Wenn nun jemand von der ambulanten Pflege dem Erkrankten ein Pflaster auf den Rücken setzt, so wird sichtbar, welcher Einsatz verlangt ist. Der Angehörige sieht, ob der Demente gut schläft, und das kann dem pflegenden Angehörigen dann selbst die wohlverdiente Nachtruhe schenken. Auf der einen Seite werden diese entlastet und auf der anderen Seite erkennt man, wann zusätzliche Pflege erforderlich ist. Die Daten können bei der Bemessung der Pflege eingesetzt werden und ermöglichen, dass man länger im eigenen Heim bleiben kann.“, so Jens Braneberg.

Weitere Informationen

Möchten Sie mehr zu DEMOS-Lösung erfahren, setzen Sie sich bitte mit Jens Braneberg in Verbindung: Jens Branebjerg, Geschäftsführer, BRANE ApS, T. +45 5376 1009, jb@brane.life Oder rufen Sie bitte unsere Homepage auf:  www.brane.life , http://www.brane.life

BRANE ist Netzwerkspartner bei Demantec.

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