Positive Ergebnisse der Projektevaluation von Demantec


In einem 360 Grad Workshop wurde die Entwicklung von Struktur, Kooperation, Zielerfüllung und Leitung des Demantec-Projekts evaluiert. Die überwiegend sehr positiven Ergebnisse wurden in einem Bericht zusammengestellt, welcher den Projektpartnern einen Überblick und Empfehlungen geben sollte, wie Zusammenarbeit noch fruchtbarer gestaltet werden könnte.


Zweidrittel der Projektlaufzeit von Demantec sind vergangen. Die Zeit wurde von den Projektpartnern dafür verwendet, eine fruchtbare Zusammenarbeit zu etablieren, was auch in den bisherigen Ergebnissen widergespieget wird. Auf die gesammelten transnationalen, wertvollen Erfahrungen können die Projektpartners des Interreg5A-Projektes zukünftig aufbauen.

Was bedeutet es eigentlich, grenzüberschreitend zu kooperieren? Wie geht man mit unterschiedlichen Sprachen, Kulturen und einem Gesundheitswesen um, welches in sowohl Dänemark als auch Deutschland unterschiedlich aufgebaut ist? Wie stellt man eine effiziente Zielerreichung bei einer interdisziplinären Zusammenarbeit über große Entfernungen hinweg sicher? Und wie baut man nachhaltige Beziehungen und ein Netzwerk, welches Zusammenarbeit, Diskussion und Wissensaustausch auch nach dem Ende des Projekts weiterführt?

Diese Fragen versuchte man in dem 360 Grad Workshop in Flensburg zu beantworten. Auf Interregs Initiative wurden alle 18 Interreg5A-Projekte des Jahres 2017 evaluiert. Daten zu jedem Projekt wurden gesammelt und die Projektteilnehmer füllten einen Fragebogen zur Struktur, Kooperation, Zielerfüllung und Leitung ihres Projekts aus. Die Ergebnisse wurden anschließend in einem vierstündigen Workshop mit den Projektpartnern diskutiert und aufgearbeitet. Die Zwischenevaluation zeigte auf, wo Projekte erfolgreich sind und wo Raum zur Verbesserung besteht.

„Die Zwischenevaluation zeigt, dass wir mit unserem Projekt großen Mehrwert schaffen. Wir haben grenzüberschreitende Ergebnisse generiert und erfolgreiche Kooperationen etabliert.“, sagt Professor Dr. Bosco Lehr von der Hochschule Flensburg, Leadpartner des Demantec-Projektes.

„Eines der Hauptprojektziele von Demantec ist es, für Pflegeheime einen Zugang zu Technologien zu schaffen. Wir sind auf einem guten Weg, durch Technologien tagtägliche Arbeitsabläufe zu unterstützen und die Weiterbildung zu verbessern. Mithilfe von Technologien wollen wir so die Situation in Pflegeheimen verbessern“, erklärt Professor Dr. Bosco Lehr.

Interdisziplinarität und großes Potenzial von Demantec

Die Ergebnisse des Workshops wurden in einem Bericht zusammengefasst , welcher zeigt, dass Demantec mit seinen zehn Partnern und weit mehr als 20 Netzwerkpartnern eines der größten Interreg5A-Projekte ist. Dennoch liegt das Budget von knapp 2,5 Millionen Euro nur etwas über dem Durchschnitt aller Projektbudgets. Im Hinblick auf seine Projektpartner ist Demantec überdurchschnittlich interdisziplinär aufgestellt. Zu ihnen zählen Pflegeheime, Kommunen, Bildungseinrichtungen, Clusterinstitutionen und Industriepartner. Diese interdisziplinäre Zusammensetzung hat sich sowohl als Stärke als auch Herausforderung erwiesen, welche angesprochen werden muss, wenn Projektziele erreicht und Missverständnisse umgangen werden sollen.

„Demantec hat uns geholfen einen Überblick darüber zu erhalten, wie die Dinge in Dänemark und Deutschland aussehen. Wir haben ein gutes Bild davon erhalten, wo Unterschiede und Gemeinsamkeiten liegen. Und dies hat uns letzten Endes darauf aufmerksam gemacht, ob wir etwas an unserem Produkt oder damit, wie wir mit Dänemark umgehen, anpassen können wenn wir nun zum Beispiel nach Deutschland exportieren“, erzählt Lars Jessen von Life-Partners, einem Projektpartner Demantecs.

Life-Partners ist das Unternehmen hinter der digitalen Lösung „Life-Manager“, welche Kommunikation und das Aufbauen eines Netzwerkes zwischen Mitarbeitern, Pflegebedürftigen und deren Angehörigen ermöglicht. Diese Lösung wird im Rahmen des Demantec-Projekts im Hinblick auf die besonderen Herausforderungen bei der Demenzversorgung in Pflegeheimen getestet und angepasst. Untersucht wird unter anderem, ob Life-Manager als ein Planungswerkzeug für Betreuungspersonal in Pflegeheimen fungieren kann. Life-Manager soll dabei helfen, Aktivitäten für Bewohnerinnen und Bewohner zielgerichteter zu planen und an Bedürfnisse und Interessen anzupassen.

„Ein effektiver Kommunikationsweg birgt große Vorteile und die Möglichkeit Zeit zu sparen, da man seine Arbeit besser planen kann. In einem der an Demantec teilnehmenden deutschen Pflegeheimen haben die aktivitätsanbietenden Mitarbeiter sehr viele manuelle Arbeitsabläufe. Sie gehen zu jedem einzelnen Bewohner um zu den Aktivitäten einzuladen und sich mit deren Pflegern abzustimmen. Diese Dinge können digitalisiert werden, so dass die aktivitätsanbietenden Mitarbeiter die Pflegeheimbewohner durch eine digitale Plattform einladen können, während diese sich untereinander über geplante Aktivitäten unterhalten können. In dänischen Pflegeheimen wird ein Gewinn darin gesehen, Verwandtschaft und Familie miteinzubeziehen und diese über Aktivitäten im Heim zu informieren und durch mehr zugängliche Kommunikation mit Mitarbeitern zu unterstützen. Auch hier ist eine digitale Lösung effektiv“, meint Lars Jessen.

Lars Jessen nahm als Projektpartner ebenfalls am Workshop teil. Hier erhielt er die Möglichkeit sowohl die Stärken als auch die Schwächen durch die internationale Zusammenarbeit und kulturellen Unterschiede im Projekt zu diskutieren. Interessante Themen waren dabei das Schaffen von Anreizmöglichkeiten für die Teilnahme von Externen an Netzwerkveranstaltungen, die Verringerung von Sprachbarrieren sowie die Überwindung von Fahrtdistanzen im Hinblick auf Projekttreffen.

„Ich finde es war gut zu sehen, dass Leute auf die Fragen geantwortet haben, dass es vorwärtsgeht, und dass wir gemeinsam für den Erfolg dieses Projektes stehen“, sagt Lars Jessen.

Der Workshop wurde von der Hochschule Flensburg unter der Leitung der Beratungsfirma Kienbaum Consultants International GmbH in Flensburg durchgeführt.

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