Pflegeheime sollen technische Assistenzsysteme für Menschen mit Demenz testen und auswerten


Firmen, Pflegeheime, Hochschulen und Innovationseinrichtungen aus Dänemark und Deutschland trafen sich in Odense, um den Untersuchungsverlauf, die Auswertung und Implementierung von technischen Assistenzsystemen für Menschen mit Demenz und im Pflegeheim lebende Personen zu planen.


Im Zuge dessen, dass die Bevölkerung sich aus einem immer größer werdenden Anteil von älteren Menschen zusammensetzt, wird es immer wahrscheinlicher, dass immer mehr von diesen an Demenz erkranken.  Derzeit leiden rund 85.000 Dänen und 1,5 Millionen Deutsche an Demenz, und aktuelle Prognosen weisen darauf hin, dass sich die Zahl der Demenzkranken bis zum Jahr 2040 auf 150.000 Dänen und 2 Millionen Deutsche vergrößern wird. Das Projekt „Demantec“ vereint deshalb verschiedene öffentliche und private Partner, die nördlich und südlich der deutsch-dänischen Grenze ansässig sind, um dieser gesellschaftlichen Herausforderung entgegenzutreten.

Am 2. März trafen sich alle Partner des Projektes „Demantec“ in den Räumen des Süddänischen Zentrums für Gesundheitsinnovation (Health Innovation Centre of Southern Denmark) in Odense. Fächerübergreifend wurde dort an der Formulierung und Vorgehensweise bei der Untersuchung, Auswertung und Implementierung technischer Assistenzsysteme für demenzkranke Mitbürger in Pflegeheimen gearbeitet. Die Projektpartner besprachen ebenfalls, auf welche Herausforderungen und Hindernisse man besonders achten müsse.

Das Treffen war Teil der Vorbereitungen zur eigentlichen Untersuchung der, von zwei dänischen Firmen entwickelten, technischen Assistenzsystemen in drei bereits ausgewählten Pflegeheimen, die sich nördlich und südlich der deutsch-dänischen Grenze befinden. Diese wird im Herbst 2017 stattfinden.

Die Untersuchung soll wertvolles und brauchbares neues Wissen hervorbringen.

Die Stärke, die in der fächerübergreifenden Zusammensetzung der Partnergruppe liegt, kam an diesem Tag deutlich heraus, als die verschiedenen Perspektiven der Interessenten beleuchtet wurden. Dies sollte sicherstellen, dass u.a. die einzelnen Firmen, Pflegeheime, Benutzer und Entscheidungsträger jeweils das im Untersuchungs- und Auswertungsverlauf vermittelte Wissen als wertvoll und brauchbar empfinden und sich aneignen können.

Dadurch, dass alle Interessenten für ein gemeinsames Brainstorming und Gespräch zusammenkamen, konnte ausgehend von den bestehenden, unterschiedlichen Erfahrungen jedes einzelnen Partners ein Fundament für einen starken gemeinsamen Rahmen für die weiteren konkreten Aktivitäten bezüglich Test, Auswertung und Implementierung geschaffen werden. Deutsche und dänische Pflegeheime und Firmen sollen zukünftig die Resultate des Projektes „Demantec“ grenzüberschreitend nutzen können. In dieser Weise wird die Implementierung technischer Assistenzsysteme gefördert, welche die Menschen mit Demenz und in Pflegeheimen lebende Menschen in Dänemark und Deutschland unterstützen können.

„Wir haben eine Testperiode von etwa 7-8 Monaten eingeplant, in der wir laufend zusammenfassen und die verschiedenen Interessenten zusammenbringen werden, um zur Weiterentwicklung der Technologien beizutragen, die daraufhin erneut getestet werden können. Jedoch besteht schon jetzt ein Unterschied in der Weise, wie die einzelnen Partner einen Test und die darauffolgende Auswertung normalerweise angehen. Das ist etwas, worauf wir besonders aufmerksam sind und weswegen wir laufend die einzelnen Erwartungen miteinander abstimmen müssen“ sagt Caroline Strudwick, Projektleiterin am Süddänischen Zentrum für Gesundheitsinnovation (Health Innovation Centre of Southern Denmark) in Odense.

Die Tests finden im Rahmen des Arbeitspaketes 5 „Test, Evaluierung und Implementierung von Welfare- und Gesundheitstechnologien“ statt.

 

Fotos: Health Innovation Centre of Southern Denmark.
Autoren: Am Artikel waren Caroline Strudwick und Miriam Matlok vom Health Innovation Center sowie Jacob Paulsen von Welfare Tech beteiligt.

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