NUVO-Konferenz


Das Nursing Department des University College Absalon präsentierte Demantec-Ergebnisse auf der NUVO-Konferenz in Middelfart, Dänemark im September 2019.


Vibeke Steenfeldt Østergaard, Lektorin, Ph.d., Lars Aagerup Christansen, Lektor, Ph.d, Anna Holm Jacobsen, Dozentin
Vibeke Steenfeldt Østergaard, Lektorin, Ph.d., Lars Aagerup Christansen, Lektor, Ph.d, Anna Holm Jacobsen, Dozentin

Der Vortrag Angehörige als Primärversorger von Demenzkranken beschäftigte sich damit, welche Erfahrungen Angehörige von Personen mit einer Demenzerkrankung in der Rolle der Primärversorgung machen. Häufig sind Angehörige hauptverantwortlich dafür, dementen Menschen im Alltag zu helfen und die Leistungen zu koordinieren, die diese benötigen. In einer Literaturstudie untersuchen wir, welche Bedürfnisse diese Angehörigen haben. Die Studie konzentriert sich vor allem auf Angehörige, die mit Menschen mit Demenzerkrankungen zusammenleben, und soll Möglichkeiten aufzeigen, die ihnen das Zusammenleben mit Demenzkranken erleichtern. Die Studie zeigt, dass Angehörige vor allem mehr über den erwarteten Verlauf der Erkrankung und über mögliche Hilfsmaßnahmen wissen wollen. Angehörige erleben, wie schwierig es sein kann, die eigenen Bedürfnisse zu befriedigen, weil die Bedürfnisse des Demenzkranken immer Vorrang haben. Dies macht es außerdem schwieriger, Beziehungen zur Familie und zu Freunden aufrecht zu erhalten. Außerdem gaben die Angehörigen an, sich selbst Unterstützung zu wünschen, da es ohne diese Entlastung schwierig sei, sich genügend Freiraum zu schaffen, um etwas für sich selbst zu tun. Die Angehörigen sehen sich ständig mit der Herausforderung konfrontiert, immer das Bestmögliche für die demente Person tun zu wollen und dabei gleichzeitig eine konstruktive, hilfsbereite Einstellung aufrecht erhalten zu müssen.

Lebensgeschichten als schnelle Lösung für Würde und Authentizität für Menschen, die mit Demenz leben

Lene Teglhus Kauffmann, Dozentin, Ph.d
Lene Teglhus Kauffmann, Dozentin, Ph.d

Dies war ein Vortrag darüber, was Menschsein bedeutet, wenn einen „die Demenz trifft“, und wie diesen Menschen Fürsorge und Nähe durch den Einsatz von Lebensgeschichten angeboten werden kann. Wir stellten Daten aus dem Projekt „Demantec“ vor, bei dem durch Feldarbeit und Interviews in zwei verschiedenen Pflegezentren Daten dazu erhoben wurden, wie Lebensgeschichten angesehen werden. Wenn die Lebensgeschichte in einer bestimmten Form und mit unterschiedlichen, situationsabhängigen Gegenständen eingesetzt wird, kann sie unserer Ansicht nach als Technologie angesehen werden. Der Ansatz ermöglicht eine breitere Diskussion zur Rolle von Technologien und ob diese ein Risiko beinhalten, dass sowohl die Geschichten, die die Menschen über sich selbst erzählen, als auch die Pflegehandlungen, die die Erzählung vielleicht mit sich bringt, standardisiert werden. Lebensgeschichten im Pflegebereich werden bei der Pflege von Menschen, die mit Demenz leben, als wichtig angesehen, da sie das Miteinander von demenzkranken Personen und Pflegepersonal beeinflussen.

Josefine Damm Petersen, Dozentin, Karina Christiansen, Dozentin
Josefine Damm Petersen, Dozentin, Karina Christiansen, Dozentin

In dem Vortrag Vater hat all seinen Besitz verschenkt – Gott sei Dank an gute Freunde. Über die Vormundschaft von dementen Personen ging es vor allem um den Begriff Vormundschaft. Wir haben untersucht, was Vormundschaft in einem dänischen Kontext bedeutet, wie das Wort in Bezug auf Demenzkranke verwendet wird und welche Herausforderungen sich im Rahmen von Vormundschaften ergeben. In diesem Zusammenhang sind wir auf den Begriff „der inoffizielle Vormund“ gestoßen.

Im Workshop präsentierten wir die vorläufigen Ergebnisse und luden die Teilnehmer und Teilnehmerinnen dazu sein, ihr Wissen beizusteuern, zugunsten der weiteren Arbeit an dem Projekt, u. a. für die Entwicklung von Schulungsmaterialien.

Die vorläufigen Ergebnisse der Untersuchung deuten darauf hin, dass Vormundschaft als sehr komplexer Begriff verstanden wird, sowohl in juristischer Hinsicht als auch, wenn es um die Beantragung von Vormundschaft und deren Notwendigkeit geht. Vormundschaft wird häufig inoffiziell praktiziert, z. B. indem Angehörige die Verantwortung für die finanzielle Situation von Ehepartnern übernehmen, ohne eine Vormundschaft beantragt zu haben, auch „inoffizielle Vormundschaft“ genannt. Meist wird eine Vormundschaft im letzten Augenblick beantragt oder erst, wenn der Schaden bereits eingetreten ist, wenn eine demente Person u. a. wirtschaftlich unverantwortlich handelt. Die Studienergebnisse deuten an, dass Angehörige dazu neigen, die Demenzerkrankung zu verbergen oder zu kompensieren, wobei eine Vormundschaft hinderlich wäre.

Demantec wird gefördert durch Interreg Deutschland-Danmark mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung