Mehr Qualität in der Pflege durch neue Methoden und Technologien


Die Demantec-Veranstaltung in der DIAKO Flensburg konzentrierte sich auf zukunftsweisende, innovative Technologien und stellte neue Methoden in der Pflege von Demenzerkrankten vor.


Obwohl die Gesellschaft stetig älter wird, wächst die Lebenserwartung rasant. Demenz ist somit eine Erkrankung, die immer häufiger auftritt und eine Herausforderung darstellt, die besondere Aufmerksamkeit im Pflegebereich erfordert, so Prof. Dr. Thomas Severin, Fachhochschule Flensburg.

Herr Severin war einer der Redner bei dem Demantec-Treffen in Flensburg, bei dem rund 80 Experten und Spezialisten aus Deutschland und Dänemark zum Wissensaustausch über neue Methoden und Technologien im Bereich Demenz zusammenkamen. Das Treffen wurde vom Gotthard-und Anna-Hansen-Stift der DIAKO Flensburg initiiert, die auch Partner im Interreg Va-Projekt Demantec sind.

Sowohl Entscheidungsträger als auch Fachleute aus dem Pflegebereich und Unternehmen nahmen an dem Treffen teil. Mehrere Unternehmen, vor allem aus Dänemark, präsentierten Lösungen und Produkte, die Menschen mit Demenz eine bessere Lebensqualität im Alltag ermöglichen. Vorgestellt wurden unter anderem ein intelligentes Notrufsystem, das Bewegungsmuster eines betroffenen Bürgers erkennen kann und Abweichungen sofort an Verwandte oder Betreuer meldet sowie eine High-Tech-Matratze, die analysieren kann, ob sich die Bewohner ausreichend bewegen, um Druckgeschwüre oder gar Wundliegen zu verhindern.

Ein Teil dieser technischen Lösungen wurde speziell entwickelt, um den Alltag von älteren Menschen und von an Demenz erkrankten Menschen zu erleichtern und ihnen so lange wie möglich ein unabhängiges Leben zu gewähren. Beispiele hierfür waren ein vollautomatisches Bett, das sich per Knopfdruck in ein bequemes Sofa verwandelt, ein Tablet-PC, welcher über große Symbole verfügt, um den Kontakt mit Verwandten und Betreuern zu erleichtern und ein Bettseitensensor, der Stürze verhindert, indem er einen Alarm auslöst, wenn ein Betroffener versucht aus dem Bett aufzustehen.

Wir testen zurzeit eines der innovativen Produkte, einen speziellen Schaukelstuhl, der an Demenz erkrankten Menschen und anderen unruhigen Bewohnern unseres Pflegeheims hilft sich zu entspannen. Wir haben hier eine sehr positive Resonanz erhalten, kommentierte Volker Leu, der Leiter des Pflegeheims Gotthard-und-Anna-Hansen-Stift, der dieses Netzwerkevent organisiert hatte.

Einfühlungsvermögen und Bildung sind der Schlüssel zu guter Pflege

Es bestand ein breiter Konsens unter den Teilnehmern, dass die Pflege von Menschen mit Demenz in erster Linie auf der Fürsorge für den anderen Menschen und den Beziehungen zwischen Menschen beruht.

Gut ausgebildetes Personal mit Einfühlungsvermögen ist der Schlüssel zu guter Pflege, unterstrich Jens Meier, der Leiter des Altenheims „Villa Carolath“ in Langstedt.

Das ist auch der Ausgangspunkt für das Demantec-Projekt: Wie können technische Innovationen in der Pflege eingesetzt werden, damit mehr Ressourcen für die Pflege und die Beziehungspflege zwischen den betroffenen Pflegebedürftigen, ihren Angehörigen und Betreuern freigesetzt werden?

Seit 2016 haben das Pflege- und Fachpersonal, die Leitung, Entscheidungsträger und Unternehmen Erfahrungen und Ideen im Rahmen des Projekts Demantec ausgetauscht, um die Entwicklung und die Erprobung sowie die Implementierung und den Einsatz neuer Technologien zu fördern, die auf die Pflege von Demenzkranken und deren besondere Bedürfnisse abzielen. Mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 83 Jahren und einem steigenden Anteil von Menschen, die älter als 60 Jahre sind, wird das Demenzproblem wichtiger und wichtiger – sowohl in medizinischer als auch in beruflicher, ethischer und finanzieller Sicht.

Demantec wird gefördert durch Interreg Deutschland-Danmark mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und Syddansk Vækstforum (Dänischer Fond für regionale Entwicklung).

 

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