Junge Menschen spielen eine wichtige Rolle in der Demenzpflege


Hochmotivierte junge Menschen werden im Zusammenhang mit neuen technologischen Lösungen umfangreiche Verbesserungen in der Demenzpflege erreichen und somit Personen mit Demenz und ihren Angehörigen eine höhere Lebensqualität verschaffen.


Eine Großmutter, die den Namen des Enkelkindes vergisst. Ein Großvater, der seine Familie nicht mehr erkennt. Demenz ist eine Krankheit, die nicht nur den Erkrankten betrifft. Demenz trifft die ganze Familie. Während die Anzahl an Demenzerkrankten steigt, gibt es immer mehr junge Menschen, die mit den Konsequenzen einer Demenzdiagnose ihrer Großeltern konfrontiert werden.

Darum interessieren sich junge Menschen immer mehr für die Arbeit mit Demenzerkrankten. Dieses Interesse gilt sowohl der Pflege und Therapie als auch der Entwicklung neuer technischer Assistenzsysteme. Die Arbeit mit Demenzerkrankten scheint ein tatsächliches Motiv für junge Menschen zu sein:

„Demenz ist nicht vergleichbar mit anderen Krankheiten. Man ist emotional stark betroffen, wenn man beispielsweise sieht, wie die eigene Großmutter Alltäglichkeiten vergisst. Viele junge Menschen in den Pflegeberufen setzen sich mit hohem Engagement dafür ein, die Lebensqualität dementer Personen zu verbessern.“ sagt Prof. Dr. Bosco Lehr von der Hochschule Flensburg.

Das sind gute Nachrichten, denn es herrscht ein großer Mangel an Fachpersonal in der Demenzpflege. Dies öffnet die Türen für neue und hochspezialisierte Jobs für junge Menschen, die sich außerdem darauf freuen können, großen Einfluss auf ihre eigene Arbeit und eine erweiterte Perspektive zu haben.

Globale Demenzpflege

Prof. Dr. Bosco Lehr und Prof. Dr. Thomas Severin sind Projektleiter des deutsch-dänischen Projektes Demantec. Die Zusammenarbeit vereinigt Unternehmen, Gesundheitsfachpersonal und Forschungs- und Bildungseinrichtungen. Auch Welfare Tech ist einer der zehn Projektpartner. Ziel von Demantec ist es, ein selbstständiges Leben für Personen mit Demenz zu fördern und die Pflegeangebote durch Technologie zu verbessern.

Prof. Dr. Bosco Lehr weist darauf hin, dass es in der Arbeit mit Demenzerkrankten darum geht, umfassende Ansätze zu finden. Dies ist ebenfalls etwas, das junge Menschen anspricht. Es geht nicht nur darum, die Verhältnisse in einem einzelnen Pflegeheim zu verbessern. Die Mitarbeiter werden Teil eines Prozesses, der die Lebensqualität sehr vieler Menschen verbessern wird.
“ In der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit gibt es durchaus interkulturelle Herausforderungen, zum Beispiel bei der Etablierung von Prozessen und beim Einsatz von Technologien in Pflegeheimen. Demantec soll dazu beitragen, diesen Herausforderungen zu begegnen.“, so Prof. Dr. Bosco Lehr.

Technologische Innovationen

Technologien zur Unterstützung von Demenzpatienten entwickeln sich schnell und hier spielen junge Menschen ebenfalls eine wichtige Rolle, weil sie diejenigen sind, die kreative und neue Möglichkeiten erkennen. Sie sind mit modernen Technologien aufgewachsen und somit fällt es ihnen leichter das hohe Potenzial der neuen technologischen Lösungen auszunutzen.

„Junge Menschen sind mit Technologie in vielen Bereichen sehr vertraut. Es wird ihre Aufgabe sein, den Zugang zu Technologie weiter auszubauen und insbesondere auch im Pflegeumfeld zu etablieren “, sagt Prof. Dr. Bosco Lehr.

Die Zukunft stellt viele Anforderungen

Die Hochschule Flensburg unterstützt mit der Ausbildung im eHealth-Master den Trend im Gesundheitswesen. Gleichzeitig ist es ein wichtiges Ziel des Demantec-Projektes, Fort-, Aus- und Weiterbildungen für das Fachpersonal in Pflegeheimen auf beiden Seiten der Grenze zu entwickeln. Vergleichbare Ausbildungen und Kompetenzen in Dänemark und Deutschland werden die Weiterentwicklungsmöglichkeiten für Fachpersonal in der Demenzpflege fördern.

Bereits jetzt werden die Studierenden der Hochschule laufend im Demantec-Projekt eingebunden, um eine bessere Einsicht, nicht nur bezogen auf das Krankheitsbild, sondern auch auf die finanziellen Konsequenzen für die Pflegeheime und Gemeinden und die neuen eHealth-Technologien zu erreichen. Die Studierenden können außerdem ihr Praktikum in dänischen Unternehmen absolvieren. All das trägt dazu bei, sie auf die zukünftigen Anforderungen im Demenzbereich vorzubereiten.

„Als Hochschule ist es uns wichtig, unsere Studierenden so vorzubereiten, dass sie interdisziplinär arbeiten können. Für eine Karriere im eHealth-Bereich ist ebenso eine fundierte medizinische Fachkenntnis erforderlich “, sagt Prof. Dr. Bosco Lehr.

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