Große Nachfrage nach technischen Assistenzsystemen, die die Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz unterstützen


Sowohl in Dänemark als auch in Deutschland erfährt das Thema Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz zunehmend politisches und gesellschaftliches Interesse. Dabei spielen technische Assistenzsysteme eine bedeutende Rolle. Es scheint, als wäre der richtige Zeitpunkt für den Einsatz innovativer Lösungen gekommen.


Dies ist eines von vielen Ergebnissen des ersten Meilenstein-Berichtes, der im Rahmen des Arbeitspaketes 3 im Projekt Demantec entstand. Es wurden die Möglichkeiten, Einschränkungen, Risiken und Chancen von technischen Assistenzsystemen für Menschen mit Demenz in Pflegeheimen ermittelt. Ein besonderes Interesse gilt dem Potential von technischen Assistenzsystemen, zukünftig dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, um der steigenden Anzahl von Menschen mit Demenz zu begegnen.

Ungeachtet der Tatsache, dass es einen erheblichen Größen- und Strukturunterschied zwischen Dänemark und Deutschland gibt, haben beide Länder dasselbe Ziel: Die Entwicklung einer nationalen Demenzstrategie. Während das dänische Gesundheitsministerium über 60 Millionen Euro von 2016 bis 2019 in einen nationalen Handlungsplan investiert (Sundheds og ældreministeriet, 2015), wurde 2012 eine Allianz für Menschen mit Demenz vom deutschen Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, gegründet. Diese Allianz kann als ein erster Schritt in Richtung einer nationalen Demenzstrategie verstanden werden (BFSFJ, n.d.).

Darüber hinaus gibt es bereits viele geeignete technische Assistenzsysteme auf dem dänischen und dem deutschen Markt. Unternehmen erleben ein allgemeines Interesse für die Nutzung von derartigen technischen Assistenzsystemen für Menschen mit Demenz. Diese Trends werden im Rahmen des Demantec-Projekts berücksichtigt und untersucht. Die oben genannten Aspekte können eine zukünftige Chance für Unternehmen im deutschen und dänischen Pflegesektor bedeuten.

Dennoch gibt es auch potenzielle Barrieren, die ein Pflegeheim daran hindern können, Technologien im Pflegealltag einzusetzen. Ein Grund hierfür kann mangelndes Wissen in Bezug auf die richtige Nutzung von technischen Assistenzsystemen sein. Während in Dänemark die verantwortlichen Kommunen Technologien für Pflegeheime evaluieren und auswählen (zentrale Bewertung), würde diese Aufgabe in Deutschland jedem Pflegeheim selbst zukommen (dezentrale Bewertung). Dies stellt für deutsche Pflegeheime ggf. eine Hürde dar, technische Assistenzsysteme zu beschaffen und zu implementieren. Weitere Hemmnisse können beispielsweise finanzieller oder rechtlicher Art sein. Aber auch fehlende Kenntnisse zu innovativen Anwendungsmöglichkeiten oder technischer Infrastruktur können eine Rolle spielen.

Im Rahmen des Demantec-Projekts wird untersucht, wie trotz länderspezifischer Unterschiede, Synergien genutzt werden können. Unternehmen, die in Deutschland und Dänemark tätig sind, sollten Unterschiede und Ähnlichkeiten kennen und ihre Aktivitäten den Anforderungen entsprechend ausrichten. Für Unternehmen und Pflegeheime ist es wichtig, die Auswirkungen und Vorteile von technischen Assistenzsystemen zu prüfen und sich weiterhin darauf zu fokussieren, Menschen mit Demenz, ihren Angehörigen und das Pflegepersonal bestmöglich zu unterstützen. Um dies zu gewährleisten, werden die Bedürfnisse aller drei Zielgruppen – Menschen mit Demenz, Familienangehörige und Pflegepersonal – im nächsten Meilenstein des Arbeitspakets 3 näher untersucht. Ziel der Analyse ist es, die Bedürfnisse der drei Zielgruppen zu ermitteln, um potenzielle Anwendungsfälle für den Einsatz technischer Assistenzsysteme in Pflegeheimen zu erarbeiten. Empfehlungen für den Einsatz von Technologien zur Verbesserung der Lebensqualität für Demenzkranke und der Rahmenbedingungen für das Pflegepersonal können abgeleitet werden.

Weitere Informationen

Die wichtigsten Ergebnisse können Sie in der Zusammenfassung nachlesen. Download: Final_summary_3.1 milestone report

Bei Interesse an weiteren Informationen oder den kompletten Meilenstein-Bericht wenden Sie sich bitte an Lynn Jacken, Hochschule Flensburg, E-Mail: lynn.jacken@hs-flensburg.de

Dieser Artikel wurde von Prof. Dr. Bosco Lehr, Hochschule Flensburg; Lynn Jacken, Hochschule Flensburg; Lars Jessen, Life-Partners A/S und Caroline Strudwick, Health Innovation Centre of Southern Denmark, erstellt.

 

Quellen

BFSFJ. (n.d.). Allianz für Menschen mit Demenz  Eingesehen, auf http://www.allianz-fuer-demenz.de/informationen/die-allianz.html

Sundheds og ældreministeriet. (2015).   Ny satspuljeaftale forhandlet på plads i Sundheds- og Ældreministeriet  Eingesehen, auf http://www.sum.dk/Aktuelt/Nyheder/Sundhedspolitik/2015/Oktober/Ny-satspuljeaftale-forhandlet-paa-plads-i-Sundheds-og-Aeldreministeriet.aspx

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