Erste Erfahrungen der Testperiode Demantecs auf Co-Creation Workshop geteilt


Im Co-Creation Workshop des Demantec Projekts wurden, über die Deutsch-Dänische Grenze hinweg, die ersten Erfahrungen des Tests zweier pflegetechnologischer Produkte geteilt. Der Workshop schaffte einen offenen Dialog zwischen den Partnern des Projekts, Pflegezentren und Firmen und thematisierte Probleme, Herausforderungen und Anwendungsmöglichkeiten. Der nächste Co-Creation Workshop findet im Mai 2018 statt.


Das Demantec Projekt startete im Jahr 2016 und arbeitet an der Vision eines besseren Pflegeangebotes für Demenzerkrankte durch Spezialisierung, Kombination und Weiterentwicklung existierender Technologien beidseitig der Deutsch-Dänischen Grenze. Die Arbeit des Projekts trägt dazu bei, sowohl die Demenzerkrankten als auch deren Angehörige und Pfleger in ihrem Alltag zu unterstützen.

Als Teil des Projekts werden zwei Gesundheitstechnologien in deutschen und dänischen Pflegeheimen getestet. Eine davon ist das Rufsystem IntelligentCARE, dessen Sensoren, welche unter anderem das Herumirren und Fallen von Patienten verhindern sollen, getestet wurden. Die zweite Technologie ist eine digitale Lösung des Unternehmens Life-Partners, die sogenannte Life-Manager Kommunikationsplattform, welche zur Optimierung von Planung und Kommunikation zwischen Familie, Pflegeheimbewohner und Heimmitarbeiter beitragen soll.

Im Oktober 2017 wurden diese Technologien in drei Pflegeheimen in Dänemark und Deutschland implementiert, um Wert und Anwendungsmöglichkeiten zu testen. Vor, während und nach der Implementierung sammelte das dänische Innovationszentrum Syddansk Sundhedsinnovation qualitative und quantitative Daten zu den Technologien. Eine Auswahl dieser wurden am 5. Februar 2018 auf dem Co-Creation Workshop Teilnehmern des Demantec Projekts vorgestellt.

Warum Co-Creation in Demantec?

Soll ein technologisches Produkt im Kontext und Alltag von Endnutzern implementiert werden ist es wichtig deren Bedürfnisse zu verstehen. Im dänischen Innovationszentrum Syddansk Sundhedsinnovation arbeitet man benutzerzentriert, wozu Co-Creation ein gutes Werkzeug ist. Co-Creation als Methode hilft dabei, Dialog und Entwicklung über Disziplinen hinweg zu gestalten. Aus diesem Grund ist dessen Anwendung auch im Demantec Projekt angebracht, vor allem im Arbeitspaket 5, welches die Bewertung gesundheitstechnologischer Produkte durch Tests zum Ziel hat.

„Wir verwenden Co-Creation als Kollaborationsmodel in unserer Arbeit zur Identifizierung der wichtigsten Lernprozesse und Empfehlungen zum Testen und Implementieren gesundheitstechnologischer Produkte in dänischen und deutschen Pflegeheimen,“ erklärt Lise Ringkvist, Projekleiterin im Innovationszentrum Syddansk Sundhedsinnovation.

Am 5. Februar 2018 führte Lise Ringkvist und das Innovationszentrum Syddansk Sundhedsinnovation einen Co-Creation Workshop in Flensburg durch, bei dem die Teilnehmer aus den beteiligten Pflegezentren und Unternehmen zusammenkamen, um mit den ersten Daten des Test- und Implementierungsprozesses zu arbeiten. Ziel war es, einen Raum zu schaffen, in dem alle gehört wurden und die Möglichkeit hatten mit Bedingungen und Inputs zu einer zukunftsorientierten erfolgreichen Umsetzung beizutragen. Vor allem die Pflegeheime kamen mit vielen guten Bemerkungen und Beobachtungen, welche die Firmen nutzen können, um ihre Produkte anwender- und kontextspezifischer zu gestalten.

„In einem Co-Creation-Workshop bringen die Partner des Projekts ihre Erfahrungen ein, wie die Technologien in den drei Pflegeheimen eingesetzt und getestet werden – und wir entwickeln gemeinsam Ideen und Verbesserungsvorschläge. Wir haben geplant, zwei weitere Co-Creation Workshops, einen im Mai und einen im Juni 2018, durchzuführen. Hier werden jeweils die Themen ¨best practice¨ und Verlässlichkeit der Testresultate angesprochen. Die geplanten Co-Creation-Workshops tragen nicht nur zu den Ergebnissen im Abschlussbericht von Arbeitspacket 5 bei, sondern auch dazu, den Wissenstransfer zwischen Pflegeheimen und Unternehmen während des gesamten Testzeitraums sicherzustellen,“ sagt Lise Ringkvist.

Der Co-Creation Workshop vom 5. Februar begann mit einer Präsentation der gesammelten Daten der ersten Monate. Der Datensatz ist umfangreich und umfasst sowohl Fragebögen, Beobachtungen, Interviews, digitale Logbücher und Weiteres. Rund um die Testläufe kommen kontinuierlich Daten von den drei Pflegeheimen. Die auf dem Workshop vorgestellten Daten betrafen viele verschiedene Themen, einschließlich Benutzerfreundlichkeit, Design und Funktionen. Des Weiteren wurden auch Themen, die die Kommunikation, Zusammenarbeit und Planung in Umsetzungsprozessen betrafen, vorgestellt und diskutiert.

„Einer der Punkte, der aus unserer Feldarbeit hervorgegangen war, ist die zentrale Rolle des Managements in Bezug auf die Implementierung von neuen technologischen Lösungen. Selbstverständlich steht zu Beginn einer erfolgreichen Implementierung ein funktionsfähiges und ordnungsgemäß installiertes Produkt, aber wenn die Mitarbeiter, die das Produkt in ihrem oft bereits beschäftigungsvollen Alltag anwenden sollen, die Vorteile des neuen Produktes nicht klar erkennen können, kann von einer erfolgreichen Implementierung nicht die Rede sein – im schlimmsten Fall endet das neue Produkt im Abstellraum. Genau hier hilft eine klare Position des Managements dem Implementierungsprozess auf die Beine. So ist es beispielsweiße besonders wichtig, dass neue Arbeitsschritte und Vorgänge verbunden mit einem neuen Produkt einer klaren Verantwortungs- und Rollenverteilung unterliegen. Auch ist es die Aufgabe des Managements den richtigen Weg zu weisen und, wenn Dinge schwer werden und dann die Motivation bei zu behalten,“ erzählt Lise Ringskvist.

Nach der Präsentation der Daten arbeiteten die Projektpartner zusammen, um die wichtigsten Erkenntnisse, welche aus den gesammelten Daten hervorgingen, zu identifizieren. In einer gemeinsamen Diskussion wurde dann eine Prioritätenliste der realen Herausforderungen und Bedürfnisse der am Projekt teilnehmenden Pflegeheime erstellt.Der Workshop endete mit einer Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse und Ideen für Verbesserungen in der verbleibenden Testphase.

Nächster Schritt in Richtung ’best practice’ und einem fertigen Leitfaden

In Bezug auf den weiteren Prozess im Demantec Projekt will das Innovationszentrum Syddansk Sundhesinnovation in den kommenden Monaten weitere Feldarbeit durchführen, um zu sehen ob die beiden technologischen Produkte vollständig in den Alltag der drei Pflegeheime integriert wurden. Diese Testphase endet am 31. Juni 2018. Hiernach wird Syddansk Sundhedsinnovation die Ergebnisse in einem Bericht zusammenfassen, welcher bei der Demantec-Abschlusskonferenz im Herbst 2018 zur Verfügung stehen wird. Der Bericht wird unter anderem eine Richtlinie enthalten, wie am ehesten mit Tests und der Umsetzung in dänischen und deutschen Pflegeheimen zu beginnen ist.

Weitere Informationen

Co-Creation Workshops werden im Rahmen des Demantec Arbeitspackets 5 vom süddanischen Syddansk Sundhedsinnovation durchgeführt. Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte Lise Ringkvist, Projektleiterin, Syddansk Sundhedsinnovation, T. +45 2924 8981, lru@rsyd.dk

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