Deutschland und Dänemark lernen voneinander


Neues Wissen über Demenzerkrankungen und grenzüberschreitender Erfahrungsaustausch zwischen Deutschland und Dänemark stand im Fokus als Demantec am Mittwoch den 14. Juni 2017 seine dritte Netzwerkveranstaltung abhielt. Der Tag zeigte deutlich, dass die beiden Länder viel voneinander lernen können.


Das deutsch-dänische Projekt Demantec lud zum dritten Mal zu einer Netzwerkveranstaltung am 14. Juni 2017 ein. Das Programm bot wertvolles Wissen sowie Präsentationen über die Pflege, Behandlung und Unterstützung Demenzerkrankter in Deutschland.

„Ich habe die Veranstaltung mit viel neuem Wissen verlassen. Es gibt bestimmt so einiges, was wir von einander auf beiden Seiten der Grenze lernen können. Deutschland ist weit voran mit ihrer vorbeugenden Arbeit mit Demenz, der Freiwilligenarbeit und wie sie Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen unterstützen“, sagt Kristian Springborg, Projektleiter der Technischen Assistenzsysteme in der Gemeinde Apenrade und Projektteilnehmer bei Demantec.

„Im Gegensatz zu Dänemark haben sie dennoch nicht die gleiche Tradition und Erfahrung mit der Integrierung von relevanten Technologien oder mit dem Gebrauch von Technologien, um Personen mit Demenz ein selbstständigeres, besseres und aktiveres Leben zu ermöglichen. Darüber hinaus ist es viel komplizierter als Bürger in Deutschland eine Hilfsmittelbewilligung zu erhalten als in Dänemark.“

Gemeinsame Herausforderung – verschiedene Lösungen

Demenz ist sowohl in Deutschland als auch in Dänemakr eine große Herausforderung. Die Netzwerkveranstaltung befasst sich somit mit den Herausforderungen in der Pflege von demenzerkrankten Personen und wie in Deutschland konkret mit diesen umgegangen wird. Durch diesen Fokus erhielten die Teilnehmer die Möglichkeit Vorträge von Experten zu hören, z.B. von einem Pastor, einem Physiotherapeuten, einer Oberkrankenschwester, Mitarbeiter der Familialen Pflege, einem Hilfsmittellieferanten, einem Leiter eines Demenzpflegeheimes und vielen weiteren.

In Deutschland liegt ein besonderer Fokus auf der Angehörigenunterstützung wohingegen der gemeinsame Fokus von Deutschland und Dänemark darauf liegt wie man eine demenzfreundliche Gesellschaft schaffen kann.  Kirsten Springborg fiel besonders auf:

„Die Organisation und der Einsatz, den sie in Deutschland in der familialen Pflege zeigen, sorgt dafür, dass sie sehr weit in der Unterstützung der Angehörigen gekommen sind, unter anderem durch soziale Aktivitäten, aber vor allem durch Wissen und Bildung, welches den Angehörigen die Möglichkeit gibt, in einer gegebenen Situation richtig zu handeln“, erzählt sie.

„Auf beiden Seiten der Grenze arbeiten wir daran, wie wir als Gesellschaft besser Menschen mit Demenz entgegengehen können, wie wir die Haltungen zu Demenz ändern können und gemeinsam Verantwortung für ein besseres Leben für Personen mit Demenz übernehmen können. Vieles handelt davon, dass wir noch besser werden müssen, Wissen über Demenz und den Umgang damit zugänglich für die Gesellschaft zu machen“, sagt Kirsten Springborg.

Die Netzwerkveranstaltung wurde als Teil von Demantec in der DIAKO in Flensburg abgehalten. Die meisten Teilnehmer waren Fachpersonen innerhalb des Pflegebereiches aus Deutschland, aber auch dänische Fachpersonen und Unternehmen nahmen teil.

Demantec ist eine deutsch-dänische Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Forschungs- und Bildungseinrichtungen sowie Gesundheitsexperten mit dem Ziel, die Nutzung innovativer Technologien weiterzuentwickeln, um ein unabhängiges Leben und die Pflege von Menschen mit Demenz zu unterstützen.

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Autorin: Mette Pawlik Olesen, mpo@aabenraa.dk, Apenrader Gemeinde

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