Umlagern von dementen Bürgern


Neue Studien zeigen, dass demente Personen mit Vorsicht und am besten mit gleichartigen Routinen umgelagert werden sollen. Ein Projekt in der dänischen Gemeinde Norddjurs Kommune zeigt, dass gleichartige, stabile Umlagerungen eine beruhigende Auswirkung auf Personen mit Demenz haben, und ihnen einen besseren Alltag ermöglichen.


Menschen mit Demenz verstehen, aufgrund ihrer geschwächten Sinnesfunktionen, Situationen nicht so gut und schnell wie gesunde Menschen. Deshalb werden sie schneller ängstlich, unruhig und reaktionär, wenn sie von einem Ort zum anderen umgelagert werden (Bspw. wenn sie aus dem Bett steigen oder wenn ihnen vom Sofa zum Esstisch geholfen wird). Hilfsmittel, die die Umlagerungssituation vereinfachen, können somit einen äußerst positiven Effekt auf Demenzpatienten haben.

“Hilfsmittel für demente Personen bestehen nicht nur aus Apps und IT-Lösungen, die Alltagsprobleme bewältigen können. Sobald man mit pflegebedürftigen Dementen in Kontakt tritt, nimmt die Handhabung des praktischen Alltags viel Platz ein“, sagt Peter Maindal, Direktor und Physiotherapeut des Unternehmens Vendlet ApS.

Vendlet ist einer der Netzwerkpartner des deutsch-dänischen Projektes Demantec und hat, in Zusammenarbeit mit der dänischen Gemeinde Norddjurs Kommune in Mittdänemark, das vollautomatische Wendelaken VENDLET V5S http://www.vendlet.dk/produkter/vendlet für Umlagerungssituationen mit Dementen getestet.

Die Ergebnisse sind bemerkenswert. Ein teilnehmender Bürger des Pflegeheimes Digterparken, der an schwerer vaskulärer Demenz und aggressivem Verhalten leidet, wies vier Gewaltregistrierungen vor der Testphase, und keine Gewaltregistrierung im folgenden Monat auf, da VENDLET V5S benutzt wurde.

„Demenzerkrankte Bürger benötigen feste Routinen im Alltag. Darum haben Hilfsmittel, die die Einsatzanzahlen reduzieren und alle Bewegungen vereinheitlichen, eine beruhigende Auswirkung auf den Demenzerkrankten. Das VENDLET-System sichert dem dementen Bürger gleiche, wiedererkennbare, ruhige und stabile Bewegungen. Wir können sogar die Schnelligkeit regulieren, welches dem Bürger einen noch besseren Überblick über die Situation verleiht“, sagt Peter Maindal.

Das Projekt mit der Gemeinde Norddjurs Kommune zeigt auch die Vorteile des Pflegepersonals. Ihre physischen Arbeitsumgebungen verbessern sich merkbar durch den Gebrauch des vollautomatischen Wendelakens und ihre Flexibilität erhöht sich, indem ein einzelner Pfleger/eine einzelne Pflegerin den Bürger/die Bürgerin mit dem Wendelaken wenden kann.

Bei Umlagerungen mit VENDLET haben sie beide Hände frei für geborgenheitsfördernde Berührungen sowie die Möglichkeit mit dem Bürger alleine zu arbeiten, wodurch mehr Nähe und Ruhe erzeugt wird“, meint Peter Maindall.

Lesen Sie die Broschüre „Geborgenheit, Wiedererkennung und Ruhe für Demenzerkrankte, Vendlet“ (Link/Download)

Über Demantec

Demantec ist eine deutsch-dänische Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Gesundheitsfachpersonen und Forschungs- und Bildungseinrichtungen, die für die Förderung des selbstständigen Lebens für Personen mit Demenz forscht und die Pflegeangebote mit Hilfe von Technologie verbessern möchte.

Möchten Sie sich  als Unternehmen oder Organisation in Demantecs Aktivitäten involvieren, besteht die Möglichkeit Netzwerkpartner zu werden. Kontaktieren Sie Karen Lindegaar, Seniorberaterin bei Welfare Tech, Tel. +45 2461 1931, karli@welfaretech.dk, wenn Sie mehr über Ihre Möglichkeiten erfahren möchten.

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Demantec wird von der Interreg Deutschland-Dänemark mit Mitteln des Europäischen Fonds für Regionalentwicklung und Syddansk Vækstforum finanziert

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